Projektbeschreibung
Trägerschaft
Die Medienwerkstatt GMH liegt in Trägerschaft des AWO Kreisverbandes in der Region Osnabrück e.V.. Der AWO Kreisverband in der Region Osnabrück e.V. ist in Georgsmarienhütte u.a. im Rahmen der Offen Jugendarbeit tätig. Neben der Offenen Jugendarbeit in Georgsmarienhütte, Oesede und Kloster Oesede, beteiligen sich die Mitarbeiter an der Vernetzung von Jugendhilfe und Schule.
Weitere Informationen zur Offenen Jugendarbeit unter www.oja-gmh.de.
Adressaten
Das Vorhaben richtet sich an Jugendliche aus Georgsmarienhütte. Das Projekt fördert insbesondere Jungen und Mädchen mit Zuwanderungsvergangenheit und besonderer sozialer Benachteiligung.
Die besondere soziale Benachteiligung der Teilnehmer/ innen hat unterschiedliche Ursachen.
Ein wichtiger Faktor ist der Migrationshintergrund vieler Teilnehmer. Das Vorhaben richtet sich vornehmlich an Jugendliche deren mangelnde schulische und berufliche Qualifikation, sowie deren eingeschränkte Nutzung der Partizipationsmöglichkeiten einen Bedarf der Integrationsförderung ergibt.
Die Ressourcen der angesprochenen Jugendlichen werden in den Bereichen in denen das Vorhaben anzusetzen vermag, bisher nicht gefördert. Die Erfahrungen in der Offenen Jugendarbeit zeigen, dass von der Zielgruppe ein enormes Interesse an dem Vorhaben entsprechenden Angeboten besteht. Der angesprochenen Klientel mangelt es an Möglichkeiten der Integration. Viele Jugendliche mit Migrationshintergrund in Georgsmarienhütte leben in subkulturellen Strukturen. Daraus folgt für die durch das Projekt anzusprechende Klientel, Perspektivlosigkeit und drohende Arbeitslosigkeit aufgrund geringer Bildungschancen. Weiterer Bedarf begründet sich in der daraus resultierenden Gefahr der Suchterkrankungen und Kriminalität. Innerhalb der subkulturellen Strukturen gelten teilweise gesetzlichen Vorschriften widersprechende Werte und Normen. Beobachtungen der Offenen Jugendarbeit und Statistiken der Jugendgerichtshilfe des Landkreises Osnabrück zeigen, dass unter den Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Georgsmarienhütte ein erhöhtes Maß an Gewaltbereitschaft und Drogenkriminalität zu verzeichnen ist. Des Weiteren lässt sich ein unreflektierter besorgniserregender Medienumgang erkennen. Der Austausch von Gewaltvideos, sog. „HappySlappyVideos“ per Handy gehört ebenso zum Alltag der Jugendlichen, wie die inflationäre Nutzung von Internet-Communitys. Eine reflektierte Auseinandersetzung mit aktuellen Massenmedien wird durch mangelnde Bildung und Reflektionsvermögen erschwert.
Ziele des Projektes
Das Vorhaben zielt auf eine intensive Auseinandersetzung mit dem persönlichen Ausdruck, sowie mit der Welt der „neuen Medien“ab. Die dafür erforderlichen Kompetenzen wie Reflektionsvermögen und Medienkompetenz werden bisher bei der Zielgruppe des Vorhabens kaum gefördert. Vergleichbare in Aktivitäten gibt es bisher im Stadtgebiet Georgsmarienhütte nicht.
Vor dem Hintergrund der Allgegenwärtigkeit und dem damit immensen Einfluss der Medien auf unseren (beruflichen) Alltag, erlangt eine ausprägte Medienkompetenz für junge Menschen immer größere Bedeutung.
Untersuchungen zur Nutzung „neuer Medien“ zeigen, dass Kinder und Jugendliche eine hohe Motivation zum Umgang mit Computern und Technik im Allgemeinen aufweisen. Leider beschränkt sich der Umgang der Zielgruppe mit Computern nur auf das Spektrum Spielen, Chatten, usw. Das Projekt verfolgt andere Ziele, es will Kindern und Jugendlichen neben der Vermittlung von Medienkompetenz als Basisqualifikation, einen Rahmen mit pädagogisch übergreifenden Zielen herstellen. So hilft der kompetente Umgang mit Medien die persönliche und individuelle Handlungsfähigkeit zu erweitern, eigene Interessen zu erkennen und zu vertreten und Verhaltenssicherheit zu stärken. Zu dem erfordert praktische die Arbeit in einem Projektteam, so dass ein konstruktiver Umgang miteinander erlernt wird. Weiterhin wird mit der Aneignung von Medienkompetenz bewusste Kommunikation geübt, wenn Kommunikation als gleichwertiger und selbst bestimmter Prozess zwischen den Kommunikationspartnern gestaltet wird.
Darüber hinaus erweckt ein Einblick in die mediengestalterischen Tätigkeitsfelder Interessen, die sich ggf. zu beruflichen Perspektiven entwickeln können.
Neben der medienpädagogischen Zielsetzung verfolgt das Vorhaben vornehmlich das Ziel der Integration von Jugendlichen deren Lebenswelt in subkulturellen Strukturen verhaftet ist.
Diesbezüglich ist ein nachhaltiger Impuls durch die Netzwerkwirkung des Projektes zu erwarten. Es werden Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Projektgruppen zusammengeführt, die aus verschiedenen Lebenswelten stammen. Das Verfolgen der gemeinsamen Interessen, Ziele und der angeleitete demokratische Gruppenprozess ermöglichen die Überwindung von Vorurteilen, die Erschließung weiterer persönlicher Ressourcen und den Aufbau von nachhaltigen Kontakten zwischen den verschiedenen Lebenswelten in Georgsmarienhütte. Eine nicht zu unterschätzende Wirkung hat die öffentliche Präsentation der Produkte. Neben dem erworbenen „Produktstolz“ erfahren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer öffentliche Wahrnehmung ihrer Interessen und Meinungen. Die Präsentation vor Vertretern verschiedener Georgsmarienhütter Institutionen erweckt das Verständnis für die Bedürfnisse und Problemlagen der Kinder und Jugendlichen in der Öffentlichkeit. Neben diesem Beitrag zur Integration stellt das Vorhaben mit seinen Teilnehmerinnen und Teilnehmern Produkte her, die eine Bereicherung des kulturellen Lebens in Georgsmarienhütte darstellen.
Aktivitäten des Projektes
Die Ziele des Projektes sollen durch verschieden Aktivitäten erreicht werden.
Diese Aktivitäten teilen sich in vier Bereiche der Medien auf:
- Musik
- Internet
- Video/ Film
- Radio
Die aufgeführten Medien sollen dabei nicht vorrangig als zeitgemäße, pädagogisch wirksame Methode der Freizeit- und Bildungsarbeit genutzt werden. Vielmehr will das Projekt den Teilnehmern die Möglichkeit einer kreativen Artikulation ihrer Ästhetiken, Meinungen und Lebensinhalte geben. Für die Teilnehmer soll der künstlerische und inhaltliche Ausdruck im Sinne einer Demokratisierung im Vordergrund stehen.
Konkret bedeutet dies unter anderem, die Produktion von Songs nach den Vorstellungen der Kinder und Jugendlichen, angeleitet und sozialpädagogisch begleitet. Dabei erfahren die Teilnehmer/innen grundlegende Kenntnisse der Musikproduktion, wie Komposition und Aufnahme aber auch das Mixen und Mastern der Songs. Weiter werden die Songs nach der Fertigstellung, auf der Homepage des Projektes der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Pflege und Gestaltung der Homepage erfolgt durch die Teilnehmer/innen. Womit sich ein weiteres Feld der medienpädagogischen Arbeit eröffnet: Die aktive Auseinandersetzung mit dem Medium Internet.
Dies wird den Teilnehmern/innen u. a. dadurch ermöglicht, dass sie ihre Produkte der Öffentlichkeit auf einer selbst gestalteten Homepage präsentieren. Sie erarbeiten Kenntnisse über Aufbau und Funktionen einer Website, aber sie erkennen auch die Möglichkeiten der Manipulation von Informationen und erlangen somit eine, über die das Medium Internet hinausgehende, Fähigkeit zur Medienkritik. Neben der Gestaltung von persönlichen Homepages, wird das Vorhaben Internet- Workshops für Jugendliche ermöglichen. Ziel dieser Workshops ist die Vermittlung von grundlegenden Kenntnissen von Begriffen und Funktionen des Internets. Darüber hinaus werden die Teilnehmer/innen die Fähigkeit erwerben, das Internet abseits von Spiel und Chat als nützliche Informationsquelle konstruktiv zu nutzen. Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt liegt auf der präventiven Arbeit mit den Teilnehmern/innen im Bezug auf das Medium Internet. Dabei gilt es, neben den Gefahren durch Viren, illegalen Downloads, Kostenfallen, usw. insbesondere die Gefahren von Abhängigkeit und Sucht durch eine reflektierte Auseinandersetzung bewusst zu machen.
Der dritte Bereich, den das Vorhaben für die Teilnehmer/innen bietet, ist die produktorientierte Videoarbeit. Zu entstandenen Songs können Musikvideos durch die Teilnehmer/innen erstellt werden, aber auch die Produktion von Kurz-, Trick- oder Dokumentarfilmen wird ermöglicht. Das Medium Video birgt vielschichtige Möglichkeiten der Darstellung. Die Jugendlichen gestalten Filme nach ihren Interessen und Vorstellungen, entsprechend ihrer Lebenswelt. Durch die Präsentation der Produkte, erhalten sie ein Feedback durch die Öffentlichkeit, welches zu einer reflektierten Auseinandersetzung mit der individuellen Persönlichkeit und beiträgt.
Eine regelmäßige Radiosendung beim lokalen Radiosender „OS-Radio“ dient als weitere Präsentationsplattform für die entstandenen Produkte. Eine angeleitete Redaktion von Teilnehmern/innen wird die Sendung gestalten, indem sie Beiträge erstellen, Moderieren, Inhalte recherchieren, usw. Die Wahrnehmung dieser Tätigkeiten werden die Teilnehmer/innen in vielerlei Hinsicht qualifizieren. Dinge wie Teamfähigkeit, die Gestaltung eines konstruktiven, demokratischen Arbeitprozesses, eigenverantwortliche und selbständige Erfüllung von Aufgaben, usw. sind als Schlüsselkompetenz für die Eingliederung in den Arbeitmarkt zu bezeichnen.
Jeweils in den Schulferien sollen intensive Gruppenarbeiten zu verschiedenen Projekten, wie Kurzfilmen, Musikprojekten usw. stattfinden. Neben der intensiven Projektarbeit, wie das Ton- und Videostudio an fünf Tagen in der Woche für die Jugendlichen zur Verfügung stehen, um an ihren Projekten zu arbeiten. Dies wird unter Anleitung und sozial pädagogischer Begleitung erfolgen.
gez. Marcus Wolf
Einrichtungsleiter
